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SPAM im Posteingang richtig erkennen

2026-10-29
Abenteuer Posteingang – wenn eine E-Mail besser ungeöffnet bleibt

Wer kennt das nicht: Zwischen Rechnungen, Newslettern und ganz normalen Nachrichten taucht plötzlich eine E-Mail auf, bei der man sich fragt: Was soll das denn jetzt sein?

Spam gehört inzwischen leider zum digitalen Alltag. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es bis heute nicht. Gute Webhoster setzen zwar Spamfilter ein, doch aus unserer Erfahrung bei CSP24 bleibt es häufig ein Katz-und-Maus-Spiel. Kaum erkennt ein Filter eine neue Masche, haben sich irgendwo bereits ein paar besonders kreative Zeitgenossen die nächste ausgedacht.

Ein schönes Beispiel ist die abgebildete E-Mail. Schon beim ersten Lesen sollten einige Warnlampen angehen. Ich heiße weder Sabine noch habe ich ein Tier namens Heidi. Trotzdem soll ich offenbar eine Rechnung einer Tierklinik erhalten haben.

Der nächste Blick gehört dem Anhang. Rechnungen kommen normalerweise als PDF. Hier befindet sich jedoch eine HTML-Datei im Anhang. Spätestens jetzt sollte Schluss mit der Neugier sein. HTML-Anhänge können manipulierte Inhalte enthalten und beispielsweise auf gefälschte Webseiten führen oder Schadcode nachladen. Einfach anklicken, um einmal zu schauen, wäre ungefähr so sinnvoll wie nachts in einer fremden Stadt einer dunklen Seitengasse zu folgen, nur weil dort jemand „kostenlos“ gerufen hat.

Auch der Absender passt nicht ins Bild. Die Nachricht stammt angeblich von einer Nicole und bezieht sich auf eine Tierklinik in Österreich, verwendet aber eine polnische E-Mail-Adresse. Das muss allein noch kein Beweis sein, zusammen mit den anderen Auffälligkeiten wird daraus aber ein ziemlich deutliches Gesamtbild.

Was also tun?

Die Nachricht nicht öffnen, keine Links anklicken und den Anhang unangetastet lassen. Anschließend kann sie im E-Mail-Programm als Spam beziehungsweise Junk markiert werden. Thunderbird, Outlook und andere Programme lernen aus solchen Markierungen und verbessern damit ihre Filterung.

Bei mir werden Nachrichten im Spamordner erst nach zwei Tagen automatisch gelöscht. Das ist Absicht. Denn auch Spamfilter liegen gelegentlich daneben. Sollte eine echte Nachricht versehentlich dort landen, bleibt noch genügend Zeit, sie zurückzuholen und als „Kein Spam“ zu markieren.

Mein wichtigster Spamfilter sitzt ohnehin nicht auf dem Server, sondern zwischen den Ohren:

Passt der Absender? Erwarte ich diese Nachricht? Ist der Anhang plausibel?

Wenn bei einer E-Mail mehrere Dinge merkwürdig erscheinen, ist Misstrauen keine schlechte Eigenschaft. Im digitalen Alltag darf man ruhig neugierig sein. Nur sollte man nicht jede Tür öffnen, hinter der jemand behauptet, eine Rechnung für Sabine und Heidi hinterlegt zu haben.

399 Dollar für nichts – willkommen im Phishing-Abenteuer

Manchmal beginnt ein Abenteuer nicht am Flughafen, sondern ganz unspektakulär im Posteingang. Diesmal flatterte mir angeblich eine Rechnung von McAfee über stolze 399,57 Dollar ins Haus. Kleines Problem: Ich nutze von McAfee überhaupt nichts. Geld für nichts zu verlangen ist zwar kein ganz neues Geschäftsmodell, aber hier wurde ich dann doch neugierig.

Ein genauer Blick auf die Mail reicht schon: Als Absender erscheint zwar etwas mit „McAfee Helpdesk“, tatsächlich steckt dahinter aber eine Gmail-Adresse. Für einen internationalen Konzern eher ungewöhnlich. Noch schöner: Ich werde mit „Robert“ angesprochen. Nun gut, vielleicht habe ich irgendwo auf meinen Reisen eine zweite Identität liegen lassen.

Angeblich nutze ich außerdem zehn Geräte. Besonders spannend wird es beim Anhang und den angegebenen Telefonnummern. Der Anhang ist verdächtig, und hinter den Telefonnummern verstecken sich Links zu einer Phishing-Seite. Dort soll man seine Kontodaten eingeben und möglichst schnell bezahlen.

Mein Tipp: Nicht antworten, nicht anrufen, nichts anklicken. Auch wenn der innere Ordnungsmensch dringend erklären möchte, dass man gar nicht Robert heißt. Einfach löschen und ab damit in den Spamordner.

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