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Google fotografiert Deutschland PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Michael Lieder   
Freitag, den 05. Juni 2009 um 07:35 Uhr

Na endlich kommen deutsche Innenstädte ins Internet. Könnte man meinen, aber die Kamerafahrten der Google betreiber stoßen nicht überall auf gegenliebe. Für das Fotomaterial von "Street View" fahren mit 360° Kameras bestückte Fahrzeuge im Auftrag des Google-Konzerns mit Rundum-Kameras durch die Städte, um die Straßen und Plätze zu erfassen und anschließend im Internet zu veröffentlichen. Dort können diese Bilder, genau wie Satellitenaufnahmen, kostenlos abgerufen werden. Wie denken sie darüber, stimmen sie bei unserer aktuellen Umfrage ab.

 

In Ländern wie den USA oder Frankreich läuft das Angebot bereits als Teil von "Google Maps", in Deutschland ist es noch nicht online. Der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar aus Hamburg, führt noch weitere Bedenken an: „Dadurch, dass sich die Rohdaten in den USA befinden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie künftig auch zu anderen als den vorgesehenen Zwecken Verwendung finden.“ Für die Datenschützer gebe es allerdings keine Möglichkeit, die Fahrten selbst unmittelbar zu verbieten. Denn direkte Eingriffsmöglichkeiten sieht das limitierte Instrumentarium des Bundesdatenschutzgesetzes, das ursprünglich aus den 1970er-Jahren stammt, nicht vor. „Wir haben als Aufsichtsbehörde nur die Möglichkeit, eine Löschungsanordnung zu erlassen.“

Deutschland´s Bürger(innen) sind geteilter Meinung. Was für die einen eine Chance ist, Gegenden zu präsentieren ist für die anderen der erste Schritt in die komplette Überwachung durch Konzerne und Regierungen.

Vorsicht ist geboten wir kommen schnell in Richtung "Überwachungsstaat". Überall werden wir schon von Kameras erfasst und ausgewertet. Diese vielen einzelnen Überwachungen für sich genommen, sind kein Problem. nur wenn einmal in nicht so ferner Zukunft diese Daten gemeinsam betrachtet (ausgwertet) werden. Können von uns allen Bewegungs- und Verhaltensmuster erstellt werden. Diese sind dann nicht nur für die Verbrechensprävention auswertbar, sondern auch von den Firmen die die Überwachung technisch ermöglichen. Dies bedeutet, dass solche Daten auch von privaten Konzernen genutzt werden können, hier sei einmal ausgeklammert ob legal oder illegal. Das die mächtigen dieser Welt die Möglichkeit haben sich Daten zu kaufen wissen wir alle, mit Geld ist alles machbar. Vielleicht müssen wir uns dann in Zukunft bei einem Kredit-, Versicherungs- oder Einstellungsgespräch erklären. Warum fahren sie immer zu schnell? Warum gehen sie oft zu wechselnden Ärzten? Warum bringen sie ihre Kinder in die Schule xy? usw... Oder wir bekommen genau die Werbung präsentiert die wir brauchen, weil wir in ein Werbemuster passen.

Wir stehen nicht erst am Anfang dieser neuen offenen Gesellschaft und sollten uns rechtzeitig Fragen ob wir dieses Riiko eingehen wollen.

(2009-06-05, Michael Lieder, CSP24)

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 05. Juni 2009 um 08:52 Uhr
 

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